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Pathologischer Narzissmus - Druckversion

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Pathologischer Narzissmus - ParaDoxa - 21.07.2017 14:28

Eben auf Fb entdeckt:


Ao Krippner-Rehm
3 Std. ·

DAS DILEMMA ALS PARTNER IN EINER BEZIEHUNG MIT EINEM NARZISSTEN

Sehr eingängige und einfache, aber absolut stimmige Erklärung der Kollegin zum Thema "Narzissmus und Beziehung".

Ein wesentlicher Punkt ist:
"Opfer" von Narzissten schaffen es zumeist nicht, aus diesem Abhängigkeitsverhältnis heraus zu kommen.

Die Spirale dreht sich stets nach unten und der Narzisst versteht es hervorragend, mit Schuldgefühlen (direkt oder unterschwellig) zu operieren.

Dem Partner eines Narzissten geht es oftmals nur dann gut, wenn es dem Narzissten gut geht.
Hier versteht der Narzisst, seine Bedürfnisse zu den Bedürfnissen des Partners zu machen. Nur wenn er diese erfüllt bekommt, ist "Frieden unterm Dach" und nur dann kann sich der Partner wohl(er) fühlen.

So ist die logische Konsequenz, dass der Partner eines Narzissten verwechselt, dass nicht primär sein eigenes Wohlbefinden jetzt hergestellt ist, also über das, was er selbst braucht. Denn um dieses geht es gar nicht. Das Lebensgefühl ist ohnehin im Keller, ... die Wahrnehmung, was er selbst, also der Narzissten-Partner, essentiell braucht, ist völlig unterdrückt.

Dies kann zur latenten Selbstaufgabe bis hin zu Depressionen führen.
Und hier dreht sich die Abwärtsspirale erneut: aus diesem resignativen Gefühl kommt der Narzissten-Partner nur dadurch heraus, wenn ..... richtig! Wenn er dem Narzissten etwas Gutes tut, wenn er dessen übergroßes Bedürfnis nach Ankennung, danach, im Mittelpunkt zu stehen, nach dem eigenen Glanz und Schein minutiös erfüllt.

Ein Narzissten-Partner muss sich unbedingt darüber klarwerden:

- nichts von dem Lebensgefühl, das der Narzisst durch das Zutun seines Partners erhält, ist für das "Narzissmus-Opfer" selbst bestimmt.

- nichts vom der Selbstbeleuchtung des Narzissten färbt auf den Partner ab! Er ist kein Teil davon, denn der Narzisst wird nicht mal ein Lichtlein davon abgeben will.

Im Gegenteil:
der Narzissmus-Partner spürt intuitiv, dass er nur Zweck ist und selbst im Grunde wertlos.
Was ihn wiederum noch tiefer in die Spirale schickt und er alles dran setzt, dass der Narzisst noch mehr glänzen kann .... in der stillen Hoffnung, dass - so nebenbei - dann doch etwas für ihn abfallen wird ... von der Bewunderung, das der Narzisst fortwährend und unerschöpflich aus dem Umfeld abgreift.

Jedoch: der Narzissten-Partner wird neben dem Narzissten grauer und grauer ... bis er seine eigene Persönlichkeit völlig aufgeben wird.

Wenn er viel Glück (!) hat, so wird er dadurch schließlich für den Narzissten uninteressant und ein Klotz am Bein und der Narzisst löst sich aus der Beziehung, was der Narzissten-Partner nur schwer ohne Hilfe zu tun vermag.

Zuerst einmal geht es für das Narzissten-Opfer um eines:

sich klarzumachen, wie seine Beziehung überhaupt tickt und wahrzunehmen, in welche Falle er sich dabei begeben hat.

Dies ist der erste Schritt. Und die frohe Botschaft: ;-)

wenn dieser Schritt erst mal bewältigt ist, dann setzt der Dominoeffekt in Windeseile ein. Die Erkenntnisse klackern nur noch so ... und die Ausgangstüre - v.a. zur inneren Freiheit! - kann geöffnet werden.






Beim lesen dieses Textes und dem anschauen des Videos kann ich sagen, dass ich noch nie eine Partnerschaft mit einem echten Narzissten eingegangen bin. Jedenfalls nicht länger wie 1-3 Monate, wenn überhaupt.

Smiley

Im virtuellen Netz hingegen bin ich schon mal auf ein derartiges "Hinhaltespiel" dieser Sorte hereingefallen - war aber in dem Moment in einer meiner krassesten Krisen - nämlich der spirituellen Krise!! (Die im Übrigen auch nichts mit einem sog, schwachen Ich zu tun hat, wie irgendwo von Unerfahrenen mal behauptet wurde.)
Geschwächt, vernebelt, verwirrt und völlig orientierungslos war ich dann eben erst "schwach" und blind genug um nicht rechtzeitig zu bemerken und mich zeitgleich zu lösen, und daher erst spät zu bemerken worum es hier eigentlich geht. Mir war das ja bisdato neu, und daher umso schwerer zu erkennen, so ganz ohne RL-Kontakt. gg, denn die Vernebelungstaktiken sind schon bei Frauen denen es rundum gut geht enorm wirksam!
Echte Narzissten -und hier sind nicht Menschen mit narzisstischen Zügen, die wir alle haben, also einen gesunden Narzissmus, gemeint, sondern die Persönlichkeitsstörung die in ihrer fortschreitenden Ausprägung mit einer sukzessiven Degeneration des Überich einhergeht, auch als maligne Narzissmus bezeichnet, stehen dem aalglatten Psychopathen in nichts nach!

Wie man sie erkennt, in einem gewissen Alter, zunächst mal gar nicht, wenn man keine persönlichen Erfahrungen damit gemacht hat oder psychologisch gut geschult ist.


RE: Pathologischer Narzissmus - ParaDoxa - 04.08.2017 00:32






So, ich bin definitiv KEIN Co-Narzisst! - sprich, die abhängige Persönlichkeit(sstörung)! - sondern die zweite Konstellation! Big Grin

Ich ziehe sie an, aber lasse mir eben nicht alles gefallen!

Mit Typ 1 und 3 habe ich null zu tun. Das zeigt nicht nur meine Biographie überdeutlich! ;-)


RE: Pathologischer Narzissmus - ParaDoxa - 13.08.2017 11:25

Es ist natürlich Quatsch hier von Anziehung zu sprechen - ich nehm diesen Mist; "du hast es angezogen" durch die Szene ja auch schon MAL in den Mund- denn, ein Kind das missbraucht wird hat noch gar keine Prägungen / Muster entwickelt die einen Täter anziehen könnten und dort andocken ließen.

Weil man sich in der spirituellen Szene aber nicht anders zu verhelfen weiß das heißgeliebte Konzept der Anziehung aufrechtzuerhalten, greift man bei Ungereimtheiten innerhalb dessen einfach auf Karma zurück. Nun, dann aber kann jeder aus karmischen Gründen morgen vergewaltigt oder vom Bus überfahren werden oder an einen Halsabschneider geraten etc..

Ich persönlich denke hier gleich an den zweiten Weltkrieg, mit der Frage ob nun alle Gefangenen/Gefolterten/Vergewaltigten/Hungernden im KZ und die Vergasung der Juden ANZIEHUNG war. ;-) denkt mal in Ruhe drüber nach......
Gewiss nicht, sondern viele Menschen zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort der von einem gestörten Wahnsinnigen übernommen wurde, dem sie leider zum Opfer fielen - ein maligne Narzisst im Übrigen. ;-)

Es gibt keinen Sinn - des Lebens, außer jenen den Menschen sich in die Dinge (individuell) hineinlegen - und dieser kann eben variieren, da es viele Möglichkeiten gibt ein kausales Ereignis zu deuten, sprich zu rationalisieren und ihm Sinn zu verleihen. Der Verstand will halt für alles eine plausible Erklärung weil der Mensch sich dann im allgemeinen sicherer fühlt.
Das das Leben ein unsinniger bzw. sinnfreier Lebensfluß des Einen ist, das sich sehr offensichtlich um NICHTS schert (wie man am obigen Beispiel und sonstigem Weltgeschehen wie auch an Einzelschicksalen beobachten kann) und nicht mehr und nicht weniger, mag er nicht akzeptieren.

Die Typ 3 Variante im Video hingegen halte ich dann tatsächlich für ein Schlüssel-Schloßprinzip. Alles andere kann jedem passieren. Ich kannte einige Frauen die sich in ihren Partnerschaften dauerhaft in ungesunder Weise zurückgenommen haben und ich persönlich konnte das nie nachvollziehen, da ich selber für sowas zu eigenwillig, eigensinnig und schon immer für Fairness und Gleichberechtigung bin.


RE: Pathologischer Narzissmus - ParaDoxa - 13.08.2017 14:39

Traurig aber wahr.......Frauen die in unreifen Männern etwas auslösen das ihnen nicht gefällt, wie z.B. eine Art von "Kontrollverlust", etwas das sie anders sein lässt, und/oder womit sie nicht umzugehen wissen, wirken bedrohlich.... sind also böse Hexen! Big Grin Das war schon früher so, bei den Hexenverbrennungen.







RE: Pathologischer Narzissmus - LoloMonica - 13.08.2017 20:26

Man tut u.U. gut daran, das Thema Narzissmus vom individuellen Einzelfall abzuziehen und im Kollektiv zu betrachten. Die Krankheit Narzissmus ist seit langem schon ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, welches schon in den 80igern m. E. erstmals von Christopher Lasch (Zeitalter des Narzissmus) thematisiert wurde. Wenn ich mich recht erinnere, fiel bei ihm auch die spirituelle Suche bzw. das Streben nach Selbstverwirklichung in die Rubrik Narzissmus; was für mich die Introspektion, war für ihn eine narzisstische Nabelschau, ich glaube, das war auch der Grund, warum ich das Buch damals beleidigt ablehnte.

Heute fand ich einen Video-Vortrag von Joachim Maaz aus 06/2017 in meiner FB-Timeline. Dessen Buch "Der Gefühlsstau" hatte mir in der Zeit der "Wende" geholfen, die DDR-Mentalität zu verstehen, der ich lange Zeit quasi hilflos ausgeliefert war bzw. stand ich der Passivität und Hilflosigkeit meiner damaligen Kollegen ebenso hilflos gegenüber... Er ist zwar nicht gerade ein charismatischer Redner, aber sein Vortrag über den normopathischen Narzissmus der Geselllschaft ist gut verständlich und kommt von Herzen.
Interessant und neu für mich ist der Begriff der "Dunklen Triangel": Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie, in dem Kontext sieht er auch verschiedenen Pathologien der Mutter-Vater-Rolle in der frühen Kindheit.
https://www.youtube.com/watch?v=-9uzHR2rYro&feature=share


RE: Pathologischer Narzissmus - ParaDoxa - 13.08.2017 20:36

Danke, LoloMonica, interessant. Das werde ich mir auf jeden Fall anschauen.


(13.08.2017 20:26)LoloMonica schrieb:  Man tut u.U. gut daran, das Thema Narzissmus vom individuellen Einzelfall abzuziehen und im Kollektiv zu betrachten. Die Krankheit Narzissmus ist seit langem schon ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, welches schon in den 80igern m. E. erstmals von Christopher Lasch (Zeitalter des Narzissmus) thematisiert wurde. Wenn ich mich recht erinnere, fiel bei ihm auch die spirituelle Suche bzw. das Streben nach Selbstverwirklichung in die Rubrik Narzissmus; was für mich die Introspektion, war für ihn eine narzisstische Nabelschau, ich glaube, das war auch der Grund, warum ich das Buch damals beleidigt ablehnte.

Ja, diese doch etwas schräge Einschätzung ist mir auch schon mal untergekommen.


RE: Pathologischer Narzissmus - LoloMonica - 14.08.2017 07:36

Paradoxa:
Zitat:Im virtuellen Netz hingegen bin ich schon mal auf ein derartiges "Hinhaltespiel" dieser Sorte hereingefallen - war aber in dem Moment in einer meiner krassesten Krisen - nämlich der spirituellen Krise!! (Die im Übrigen auch nichts mit einem sog, schwachen Ich zu tun hat, wie irgendwo von Unerfahrenen mal behauptet wurde.)

Woher weiss das Ego eigentlich, dass es in einer spirituellen Krise ist und nicht einfach nur Angst hat ("schwächelt"), sich selbst bzw. seinen Verstand zu verlieren?

WAS behaupten "Unerfahrene" über das "sog. schwache Ich" in diesem Kontext?

Ist es möglich, dass die Vorstellung (mitunter) ein "schwaches Ich" zu haben, dir mächtig zu schaffen macht und ein ziemlich wunder Punkt zu sein scheint, dass diese Vorstellung - wo sie die eigene Person betrifft - immerzu abgewehrt und abgewertet werden muss?



RE: Pathologischer Narzissmus - ParaDoxa - 14.08.2017 09:30

Das war eine Klärung zu einer Diskussion in einem anderen Forum. (Es lesen ja nicht nur Registrierte hier mit.) Nur darum habe ich es erwähnt.


(14.08.2017 07:36)LoloMonica schrieb:  Woher weiss das Ego eigentlich, dass es in einer spirituellen Krise ist und nicht einfach nur Angst hat ("schwächelt"), sich selbst bzw. seinen Verstand zu verlieren?

Es gibt Literatur dazu und spirituelle Begleitung / transpersonale Pssychotherapeuten und spirituelle Lehrer, die dir das bestätigt. Ich hatte beides!
Und aus meiner reflektierten Sicht mit guter Intuition, weiß man es einfach. Überhaupt ist es unüberspürbar, wenn man vom "Höheren" durch die dunkle Nacht oder eine spirituelle Krise geleitet wird. Hier ist es nicht mehr das Ego das weiß, sondern du. Der Wille des Ego/Ich wurde in dieser Phase zuvor an das Höhere übergeben, wodurch dieser Prozess eingeleitet wird. So jedenfalls meine Erfahrung. Das kann sicherlich auch ohne bewusste Hingabe an "Gott" geschehen, durch eine Krise, durch Erwachen, ein Unfall oder oder.


(14.08.2017 07:36)LoloMonica schrieb:  WAS behaupten "Unerfahrene" über das "sog. schwache Ich" in diesem Kontext?

Schon vergessen, dass ich vom Fach bin?

(14.08.2017 07:36)LoloMonica schrieb:  Ist es möglich, dass die Vorstellung (mitunter) ein "schwaches Ich" zu haben, dir mächtig zu schaffen macht und ein ziemlich wunder Punkt zu sein scheint, dass diese Vorstellung - wo sie die eigene Person betrifft - immerzu abgewehrt und abgewertet werden muss?

Nö, warum, ich hab ja keins. Nicht immerzu, sondern erwähnte ich das einmalig. Und abgewertet wurde da auch nichts. Nur wenn Menschen ohne diese Erfahrung davon sprechen und behaupten nur ein schwaches Ich gerät in eine spirituelle Krise, dann ist eine Korrektur angebracht.


RE: Pathologischer Narzissmus - ParaDoxa - 23.08.2017 13:54

Und nun mal etwas zu....

"gesunder Narzissmus

Stellen Sie sich einmal vor, Sie kommen am Abend nach einem langen Arbeitstag nach Hause, ihr Partner wartet bereits auf Sie. Auf der Arbeit haben sie es geschafft ganz allein eine besonders schwierige Aufgabe zu lösen, einen großen Auftrag an Land zu ziehen oder eine seltene Krankheit zu diagnostizieren. Sie sind unglaublich stolz auf ihre Leistung und wollen dies deshalb unbedingt ihrem Partner erzählen.
Welches Ziel verfolgen Sie nun aber damit, dass sie Ihrem Partner davon berichten? Einerseits könnte es sein, dass Sie von ihm bewundert werden möchte für ihre großartige Leistung, andererseits erhoffen sie sich vielleicht auch Anerkennung und Lob für ihren Erfolg.

Jeder Mensch strebt in einem gewissen Maße nach Bedeutung, d.h. wir wollen wichtig sein für diejenigen, denen wir nahestehen, wir wollen Ziele verfolgen, die dazu führen, dass wir von anderen bewundert werden und wir wollen uns selbst verwirklichen. Narzisstische Züge stecken somit in fast jedem Menschen, da es ein Grundbedürfnis des Menschen ist, seinen Selbstwert zu erhöhen und auf ein optimales Niveau seines Selbstsystems zu achten. Um dieses Ziel zu erreichen bedarf es anderer Menschen durch die wir Anerkennung erhalten. Erhalten wir diese Anerkennung, so fühlen wir uns sicher, geborgen und wohl. Unser Selbstwertgefühl ist stark abhängig von äußeren Erfahrungen. Es wird aufgewertet wenn wir Lob, Erfolg und Bestätigung erhalten und abgewertet bei Kritik und Kränkungen. Die Selbstregulation dient der Aufrechterhaltung unseres narzisstischen Gleichgewichts, d.h. in Zeiten wo es zu einer Abwertung unseres Selbstwertgefühls kommt durch z.B. Kritik oder Misserfolg, greifen wir auf unsere positiven Seiten zurück, machen uns selbst wieder Mut und trösten uns. Ein gesunder Narzissmus bedeutet demnach Vertrauen in sich selbst, ein positives Selbstwertgefühl, das Respektieren unserer Stärken und Schwächen, das Bewusstsein darüber, nicht perfekt sein zu müssen, auch mal versagen zu dürfen sowie das Wissen, dass wir anderen nicht überlegen sein müssen."

Leitsatz des gesunden Narzissmus: „So wie ich bin, bin ich gut und liebenswert.“

https://uniwissenpsycho.wordpress.com/2014/07/29/gesunder-narzissmus/


RE: Pathologischer Narzissmus - LoloMonica - 23.08.2017 14:08

Nenee, bleiben wir mal beim Schatten: In dem Zusammenhang ist Hier, Jetzt und HEute sehr interessant: Symbiotischer Narzissmus als ziemlich ungesundes Gruppenphänomen.