Spectrum-Sein

Normale Version: Zitate und Sprüche
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Ja, sehr schön lieber Thomas.

Ich für meinen Teil habe mir abgeschrieben so in mir zu ruhen, dass ich keine menschlichen Regungen mehr zeige, daran glaube ich nämlich nicht. Ich kenne auch keinen Lehrer/keine Lehrerin bei denen das so wäre.

(30.05.2016 21:09)Thomas schrieb: [ -> ]Wer so denkt, ist immerhin auf dem Weg, nach dem zu suchen, was sich lohnt und zu erkennen, was sich nicht lohnt. Ein Weg, um mit der unnötigen Kraftverschwendung ein Ende zu machen, negative Kräfte mehr als unbedingt erforderlich zu beachten und sich mit ihnen auseinander zu setzen.

Ich denke das wird jemand auch dann noch so handhaben der bereits innerlich in sich ruht, und keine Gegenleistung für sein Herschenken erwartet. Wozu sollte er sich weiter mit negativen Kräften beschäftigen?
Es klingt auch sonst zu idealistisch. Ich denke wir bleiben ja Mensch, also menschlich, mit Macken und Fehler, will sagen, wir sind und bleiben in einem Prozess des Lernens und Erkennens unserer selbst. Und als Mensch werden wir weiterhin etwas nervig finden, oder ganz individuell etwas wollen btw. anderes nicht wollen. Ganz klar.

Lieben heißt für mich auch nicht, dass ich alles und jeden lieben muss, so wie das was unter lieben landläufig verstanden wird, und mich allem und jedem aussetzen müsste, sondern dass ich allen Lebens-Ausdruck akzeptieren und respektieren kann, ihn nicht bekämpfen, verändern oder ständig kritisieren/ (in negativer Weise) thematisieren muss. Der Verzicht auf Projektionen könnte man hier sagen.
Das ist für mich bereits Liebe zu allem was ist. Und nicht etwa erst dann (wie einige vielleicht meinen), wenn ich mit außnahmslos jeden gut Freund bin oder meine Zeit verbringe, selbst wenn ich weiß, dass jeder Ausdruck der EINE ist, ob Hitler, Trump oder wer oder was auch immer uns da eher wiederstreben würde dies zu tun.

Ich für meinen Teil merke, dass ich stets in einem Entwicklungsprozess bin, in dem ich immer weiter klarer sehe.
Z.b. was ich nicht (mehr) möchte, und das macht mich scheints in gewisser geringer Weise unberechnbar in meinem Verhalten, weil etwas in mir in bestimmten Bereichen immer weniger bereit ist Kompromisse zu machen, zu dem was sich in mir zeigt, und es sich klarer zeigt als früher. Jeder Moment ist ja neu und frisch, so dass er etwas anderes zeigen kann, als das was bisher konsequenterweise zu erwarten war, wenn man nichts darauf gibt was man von sich selbst oder andere von einem erwarten. Hat man die persönliche Willensführung abgegeben, dann geschieht dieser Abschälungsprozess zwangsläufig. Aber klar, der Grundcharakter bleibt schon der gleiche, denn man kommt ja mit einer gewissen Veranlagung und Charakterstruktur zur Welt. Ich denke an dem wird sich auch nicht mehr viel ändern. :-)

Und das ist auch so das was ich bei Meryl Streep rauslese. Sie ist nicht mehr bereit da Kompromisse zu machen, wo es sich für sie nicht lohnt, und möchte sich selber treu bleiben/sein.

Nur mal so meine Gedanken dazu, als Ergänzung zu deinem Text.

fredoo

so als hinweis ( wird ja gern missverstanden )
was das "in sich ruhen" betrifft ...

man ruht ja dann nicht in der ruhe ( !!! )
sondern in sich selbst ( und das kann möglicherweise ganz schön heftig sein , was einen da so ausmacht )

man ruht also in seiner eigen-art , soll heißen all das hätte , sollte , sollte-nicht ist per du ... und das lässt "ruhen" ...

mir wäre zum beispiel diese "ruhende" Ruhe viel zu langweilig ... desderwegen Big Grin

das gleiche betrifft die erhoffte gelassenheit ...
was da dann gelassen werden kann , ist besagte eigen-art ...
und die kann sich ganz schön ungelassen anfühlen ...
Ja, das ist gut erklärt, Fredo.

(31.05.2016 08:30)fredoo schrieb: [ -> ]mir wäre zum beispiel diese "ruhende" Ruhe viel zu langweilig ... desderwegen Big Grin

laaach, mir auch. :-)
Zitat:Ich für meinen Teil habe mir abgeschrieben so in mir zu ruhen, dass ich keine menschlichen Regungen mehr zeige, daran glaube ich nämlich nicht.

Das wäre ja auch Stillstand und keine Ruhe.

Zitat:Wenn sie euch fragen: ‚Welches ist das Zeichen eures Vaters in euch?’ sagt zu ihnen: „Es ist Bewegung und Ruhe.“

Aber du bist die Regung nicht, du bist die Ruhe, weil du dich nicht mitbewegst mit der Regung. Du bist immer nur, was du bist und was jenseits von Worten ist
"Zeige dich, wie du bist oder sei, wie du dich zeigst;
nur wenn dein Wissen von dir selber sich befreit, ist dein Erkennen besser als Unwissenheit"
Dschalal ad-Din Muhammad Rumi
Hallo in die Runde,

weil mich das Zitat auch größtenteils positiv angesprochen hat, habe ich ein wenig im Net recherchiert. Es ist anscheinend nicht von Meryl Streep, sondern von einem jüngeren, portugiesischen Autor:
http://fundwerke.de/2015/07/15/meryl-str...tes-zitat/

Das ändert natürlich nichts am Wahrheitsgehalt der Aussagen. Auch finde ich den dazugehörigen Kommentar sehr interessant. Möchte es mit euch teilen, weil es mich ebenfalls berührt hat, wie die Kommentatorin ihre eigenen Erkenntnisse aus dem Zitat zieht und dabei eine ausgeglichene, kritische Haltung behält.

Liebe Grüße aus Amsterdam, Johannes


Zitat:fundwerke sagt:
15. Juli 2015 um 16:09

Wenn ich mir so die ein oder andere Reaktion auf die Worte von Teixeira anschaue, dann ist es schon interessant, wie unterschiedlich doch so manche Textinhalte von jedem Einzelnen von uns interpretiert werden können.

Naja, ich empfinde die Worte des portugiesischen Autoren zunächst auch als sehr kraftvoll – auf der einen Seite. Und es ist mit Sicherheit auch viel in ihnen, wenn sich viele Menschen mit diesen Worten identifizieren können.
Zeigen sie doch den Wunsch nach mehr Egoismus/Selbstbezogenheit/Selbstbestimmtheit, der vielleicht tatsächlich auch erstmal da sein muss, bevor man wieder mehr Mitgefühl und Geduld für und mit anderen haben kann.

Allerdings verstehe ich sie für mich nicht als eine immer geltende Aufforderung zu „So bin ich und so bleib ich“, weil ich davon überzeugt bin, dass man immer an sich arbeitet, arbeiten muss, das Miteinander reflektiert.
Ich meine, sie können nur für einen Moment oder auch eine Phase im Geisteszustand eines Menschen Gültigkeit haben (und da sicherlich mit all ihrer Konsequenz), aber nicht als ein Programm, welches für das ganze Leben gelten sollte.

Warum? Weil sie für mich auf der anderen Seite auch einen Mangel an Liebe/Empathie für andere Menschen ausdrücken, eine egoistische Orientierung offenbaren, die, wenn man sie alleine verfolgt, nicht zum Miteinanderauskommen beitragen. Auch denke ich nicht, dass sich jemand tatsächlich so frei von allem machen kann, was ihn bewußt oder unbewußt beeinflußt.

Die Worte sind mächtig – fassen sie doch menschliches Verhalten zusammen, welches wir alle wohl schon mehr oder weniger stark erlebt und empfunden haben.

Darin liegt für mich die Kraft dieser Worte: eine Gelegenheit, über die Auswahl unserer persönlichen Verhaltensweisen gegenüber unseren Mitmenschen nachzudenken. Und mit diesen unterschiedlichen Verhaltensweisen auch Entscheidungen zu treffen.

Allerdings beschönigen die Worte auch ein um mich herum zentriertes Universum, welches auf Dauer mitunter gerade eben nicht für das Miteinander förderlich sein kann, sondern im schlimmsten Fall eben genau das Gegenteil bewirkt – Unverständnis, Intoleranz, Ungeduld, Verurteilung, Groll, Wut …

Und ganz leise zwischen den Zeilen, klingen die Worte für mich außerdem auch wie ein Ruf nach mehr Verständnis und Liebe.
(31.05.2016 18:41)Johannes schrieb: [ -> ]Warum? Weil sie für mich auf der anderen Seite auch einen Mangel an Liebe/Empathie für andere Menschen ausdrücken, eine egoistische Orientierung offenbaren, die, wenn man sie alleine verfolgt, nicht zum Miteinanderauskommen beitragen.

Ja, kann aber muss nicht sein. Oder ja genau, wenn man sie alleine befolgt. Dazu taugt kein einiziges Zitat, es alleine zu befolgen. Man kann also bei ziemlich allen Zitaten/Weisheitssprüchen auch immer ein Veto finden und einlegen.
Und auch so ein Zitat wie dieses hier, ist ja immer nur ein klitze kleiner Ausschnitt dessen was sich in einem bestimmten Moment abspielt.

Gegen einen gesunden Egoismus spricht ja auch sowieso nichts. Und auch so jemand kann durchaus Empathie und Mitgefühl haben.
Wie gesagt ist das eine Momentaufnahme. Und der Mensch kann eben hin und wieder einen Moment des Aufbruchs/der Rebellion oder wie immer man das nennen will, in sich empfinden. Wir wachsen und entwickeln uns ja stetig weiter. Was ich damit sagen will, man kann nicht mit Gewissheit sagen, dass diese Person nur egoistisch, empathielos und lieblos sei. Ich glaube das auch eher nicht.


Ich kenne dieses Zitat aus FB. Es wurde vor einigen Monaten mal gepostet, und ich hatte es nicht geliked, weil ich dem nicht komplett zustimmen konnte. Das Zitat erschien auf einem Foto von Meryl Streep auf dem sie so schätzungsweise ca. 60 Jahre als ist. Hier hatte ich es nur aufgrund ein zwei Sätze darin gepostet. gg und ich wusste noch, dass es bei sehr vielen Anklang fand.
Nun soll sie es ja doch nicht geschrieben haben, ok. Man weiß eben nicht wie alt der Autor ist, und welchen Hintergrund er hat etc. Das muss man also mit bedenken. Auf mich wirkt es wie von jemanden der schon einige Jahre gelebt hat und wohl aus der Mittelschicht kommt.
Ich kann mich natürlich irren, das sind alles nur Spekualtionen, genauso wie meine weiteren Deutungen.

Ich versuche einfach mal zu deuten wie ich den Autor verstehe.


Zitat:Ich habe für bestimmte Dinge nicht mehr die Geduld. Nicht, weil ich arrogant geworden bin, sondern einfach, weil ich einen Punkt in meinem Leben erreicht habe, wo ich keine Zeit mehr vergeuden möchte mit Dingen, die mir missfallen oder weh tun.


Während einer menschlichen Entwicklung geschieht es, dass wir uns (manchmal plötzlich – nach einem Reifeprozess) nicht mehr an die gewohnten Normen und Regeln halten wollen, wie wir es bisher und ein Leben lang taten, weil wir es von Kindesbeinen an so gelernt haben, und auch die Gesellschaft es so vorschreibt und vorlebt.
Zunehmend empfindet der Mensch missfallen und evtl auch Schmerz an den Dingen die „man so macht“, die sich so gehören und von anderen sowie vom eigenen Über-Ich pausenlos erwartet werden.

Kurze Zitat Übersetzung: Ich will meine Zeit nicht mehr damit verschwenden, und sprenge all diese Ketten.


Zitat:Ich habe keine Geduld mehr für Zynismus, übertriebene Kritik und Forderungen jeglicher Art.


Genau wie oben will man seine Zeit nicht länger vergeuden, -was man ja ohnehin schon viel zu lange tat- fremdbestimmt zu leben und zu handeln, und die eigenen und echten Wünsche und Bedürfnisse leben, und sich keinesfalls weiter von übetriebener Kritik, Forderungen jeglicher Art ausbremsen, und weiterhin die Erwartungen anderer aufgedrängen lassen. Man will seine Zeit nicht mehr damit vergeuden diesen Ansprüchen zu genügen. Was man soll, was nicht, wie man zu sein hat, wie nicht usw..

Darauf bezogen folgt dann das hier:
Zitat:Ich unternehme keine Anstrengenungen mehr, denjenigen zu gefallen, die mich nicht mögen, die zu lieben, die mich ablehnen und jenen zuzulächeln, die mir niemals ein Lachen schenken.

Übersetzt: ich unternehme keine Anstrengungen mehr zu Konformität und mittelständigem Gutbürgertum, als auch den Fordernden, Kritischen, Zynischen -die mich offenbar nicht lieben!- mich also ablehnen, sobald/spätestens wenn ich nicht wie gewünscht funktioniere, zuzulächeln. Und für die ich natürlich auch selber aufgrund meiner Erziehung/Prägung mehr oder weniger freiwillig bisher so funktioniert habe, um von ihnen /der Maße nicht abgelehnt und akzeptiert zu werden. Ich werde diese Anstrengung nicht mehr unternehmen ihnen zu gefallen, da ich jetzt nur noch das tun werde was ich wirklich aus tiefstem Herzen möchte.


Zitat:Ich verschwende keine einzige Minute mit Menschen, die lügen oder mich manipulieren wollen. Auch akzeptiere ich keine Heuchelei, Unehrlichkeit und billiges Lob.


Ich denke das ist selbstredend.


Zitat:Selektive Gelehrsamkeit und akademische Arroganz toleriere ich nicht mehr.

Weil ich erkannt habe, dass der Status nicht alles ist btw. den Wert eines Menschen nicht im Geringsten ausmacht. Oft mögen diese Leute nicht mal Tiere, sie behandeln hilflose Wesen schlecht z.B. , oder Menschen ohne selbigen Status von oben herab (das entnehme ich aus dem Gesamtkontext)

Im selben Absatz folgt:
Zitat:Ich hasse Konflikte und Vergleiche.

Ich habe dieses Bürgertum-Getue, das mit ewigen Vergleichen -gut/besser/am besten (die perse Menschen trennen), derlei Maßstäbe und Wettkampf (evtl. noch Konsum/Konformität) einhergeht so satt.



Zitat:Unsere Welt besteht aus Gegensätzen und darum meide ich starre und unflexible Menschen.


Wie die selektiv Gelehrten und Akademiker die sich auf ihren Status etwas einbilden, genauso wie die Angepassten und Unzufriedenen – die Kritiker, Fordernde, Zynische.


Zitat:Bei Freundschaften ist mir Loyalität wichtig. Mit Verrat kann ich nicht umgehen.

Bedarf keiner Erklärung, wie ich finde.

Zitat:Ich komme nicht mit Menschen klar, die keine Komplimente machen können und keine ermutigenden Worte finden.

Ich komme nicht mit Menschen klar die sich nicht mit mir freuen können, keinen Zuspruch übrig haben, keine Anteilnahme und Herzlichkeit austrahlen, und stattdessen lethargisch, abwesend - selbstbezogen und gleichgültig sind.....



Zitat:Übertreibungen langweilen mich.

Polarisierungen, Drama, nicht wirklich hier mit mir anwesend sein, langweilt mich.


Zitat:Ferner habe ich Schwierigkeiten mit Menschen, die keine Tiere mögen.

Sie verbindet wohl Tierliebe mit Herz. Warum nicht. ;-)


Zitat:Und darüberhinaus habe ich keine Geduld mit jemanden, der meine Geduld nicht verdient hat.

Ja, auch irgendwo ganz verständlich.


Es kommt schon rüber, dass da jemand die Faxen dicke hat, wie man so schön sagt. :-))
Ja, nichts verkehrt daran.

Mir ging es jetzt nur darum, mich auf den Schreiber einzulassen. Einfach nur mal so, ohne Bewertung. Keine Ahnung wie und obs gelungen ist, wurscht. gg
Achso, hatte noch vergessen zu schreiben. Ja klar, die Deutung von fundwerk ist natürlich auch ok, und ein anderer Ansatz. Kann ja jeder sehen und machen wie er möchte. Für mich war es jetzt nur ein kleiner Spiel und Spass Versuch. gg :-))
Hallo liebe ParaDoxa,

ich gehe ganz mit dem ersten Satz aus dem Kommentar und finde es "interessant, wie unterschiedlich doch so manche Textinhalte von jedem Einzelnen von uns interpretiert werden können." So auch von dir. Du hast in der Tat relativ wertfrei deine persönliche Perspektive zu den einzelnen Aussagen geschildert und was du daran für stimmig empfindest, das kam auf mich gut rüber. :-)

Danke für die Aufnahme in diese illustre Runde
und auf eine schöne Forenzeit,
Johannes


Noch ein Zitat vom guten Goethe:

Wer fertig ist, dem ist nichts recht zu machen;
Ein Werdender wird immer dankbar sein.
Zitat:Danke für die Aufnahme in diese illustre Runde
und auf eine schöne Forenzeit,
Johannes
Herzlichst willkommen lieber Johannes!
[Bild: kind-tod.png]
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